Sonntag, 12. Oktober 2014

Tutorial: Lavendelsackerl

Zu den Gastgeschenken auf unserer Hochzeit müssen Lavendelsackerl gehören, das war von Anfang an klar. Sie passen perfekt zu unserem Motto "Vintage und Tracht" und unser beider Affinität zur Provence (ja, ich weiß, das ist was für ältere Leute, aber es ist wirklich soooo schön dort!). Tatsächlich ist kein einziges übriggeblieben, also waren sie auch beim Publikum ein voller Erfolg.

Das braucht man:
getrockneten Lavendel
einen Rest Stoff, am besten mit Folklore-Muster
eine normale Schere und eine Zackenschere (die ist optional, erspart aber viel Arbeit)
Garn oder Satinband zum Zusammenbinden
zum Verschönern noch ein kleines Holzornament und ein bißchen Leim
Nähmaschine oder Nadel und Faden und etwas mehr Geduld




Zuerst einmal muß man entscheiden, welche Größe das Sackerln haben soll. Ich messe so was nicht, sondern mache das Pi mal Daumen und orientiere mich beim Schneiden am Musterrapport, schneide also einfach an einer Reihe der Streublumen entlang. Sagen wir mal, man will ein Sackerl, das am Ende so 4 x 8 cm groß ist. Zuschneiden sollte man sich dann ein Stoffstück 4 x 16 plus Zugaben, also so ungefähr 5 mal 18 - nur zur Sicherheit.
Dann faltet man das ganze einmal rechts auf rechts und näht die Seiten zusammen.

Oben kann es ruhig schief sein, das schneiden wir nachher sowieso mit der Zackenschere ab. Es soll auch Leute geben, die vor dem Zuschneiden bügeln.

Das Zusammennähen erfolgt bei meiner braven Elna-Maschine mit ihrem wunderbaren Overlock-Stich, also Nähen und Versäubern in einem Arbeitsgang. Wenn man so einen Stich nicht hat, empfiehlt es sich, zuerst mit Geradstich etwa einen Zentimeter von der Kante weg die beiden Seiten zusammenzunähen und dann noch extra mit Zickzack zu versäubern, damit sich später nichts auflöst.

Die Seiten zusammennähen mit dem Overlockstich.


Was man dann hat, schaut so aus:

An der oberen Naht kann man schön den Overlockstich sehen, über die untere sprechen wir nicht.
Links mussten wir nichts zusammennähen, weil da der Stoff gefaltet war,
rechts ist das Sackerl noch offen.


So, jetzt haben wir einen kleinen Sack, der oben (hier rechts) offen ist. Jetzt wird gewendet. Ist ja nur ein paar Zentimeter lang, also keine so schlimme Sache wie bei Dirndlschürzenbändern. Einfach mit den Fingern rein, die Ecken schön rausdrücken und fertig.

Wenden. Auch das wieder ein wunderbarer Moment zum Bügeln eigentlich.

Und schon kann befüllt werden. Hierzu braucht man Lavendel, den entweder kaufen kann oder selbst in der Küche getrocknet hat: Einfach nach der Ernte zu Bündeln zusammen fassen und an einem gut durchlüfteten, trockenen Ort (oder eben der Küche, wenn man nichts anders hat) aufhängen und dann die Blüten mit den Fingern von den Stielen rebeln.


Getrockneter Lavendel - jetzt müssen nur noch die Blüten von den Stielen gestreift werden.


Die Lavendelblüten in eine große Schüssel füllen, und es kann losgehen. Am besten die Enden des Sackerls umschlagen, es über die Schüssel halten und voll löffeln.

Befüllen des Lavendelsackerls.


Gelegentlich oben festhalten und ein bisschen aus dem Handgelenk schwenken, damit der Lavendel nach unten geht. Ein Band oder zweifarbig verzwirntes Häkelgarn (Tutorial folgt) zum Zusammenbinden verwenden. Besonders unsichere Naturen machen nicht nur ein Schleifchen, sondern knoten die Schleifenenden dann auch noch mal fest zusammen.

Nun kommt die Zackenschere zum Einsatz: Damit man das obere Ende des Sackerls nicht versäubern muss, einfach damit zurechtschneiden.

Einsatz für die Zackenschere - eine nicht ganz billige Anschaffung, die sich aber lohnt.

Zur Aufhübschung noch ein hölzernes Vögelchen aus dem Bastelbedarf draufgeklebt. Hier braucht man keinen teuren (und übelriechenden) Textilkleber, es reicht Leim.

Kleiner EXKURS: Leim reicht so ziemlich überall. Ich bin bisher beim Basteln noch auf nichts gestoßen, was sich mit Leim nicht bombensicher kleben ließe, und habe mir so schon einen Haufen Spezialkleber gespart.

Fertig!


Und hier noch einmal, präsentiert von Agathe dem Nilpferd.
Agathe looking sassy.



Let's Marry!

There are couples who are together for ages, love one another dearly and can not imagine being with someone else than their chosen partner EVER. Couples of that kind happen to want to marry each other -  to legitimate their status and, most of all, throw a ginormous party for their friends and relatives. This seems to be a pretty normal wish - though one that couldn't be granted to everyone even in central Europa in the 2010s.

But things have changed recently and NOW WE MARRY!!! Or we make our partnership a registered one, as the legal term goes. But nobody wants to say such a bulky word, so: WE MARRY!!

September 19th .2014: Registry office Graz - extremely prosaic ceremony with a somewhat cold and... dead official lady. But nothing to worry about, we have seen hetero-couples in much worse ceremonies and: they survived and had a beautiful wedding day nevertheless.
Plus: Nobody asked us. No, really! No "I will!" necessary. Strange, but no big deal. We signed in the right spot and that was it.
To us it was the real thing, and I guess, you can see in the pictures how happy we were!


Signing at the Grazer Rathaus

Romantic picture
Afterwards we had pictures taken in a romantic location (Graz has a lot of them) and went for some tea and cake at a lovely little restaurant on top of a hill, called "rose hill". It was as lovely as the name suggests.

At the Rosenhügel

The big party took place a week later at a funny rustic "Almhütte" near Graz. For this second occasion we had new dresses, this time, i was in styrian folk costume and the beautiful one was in white.


For our party the following week we chose the motto: "Vintage ans Tracht (= Styrian Folk Costume)". We invited some friends and relatives to a very Styrian bar. We had a whole Almhütte for ourselves (Almhütte is hard to explain but you can get the ideal by looking at the pictures below) and an awesome wedding ceremony.
It was really moving, as we were told afterwards by various guests. I know of at least three people who actually cried.
Everything was just perfect!

The ceremony

We dined like kings (and queens), laughed a lot, had the greatest fun shooting pictures - und asked ourselves at the end of the evening where all the time had gone. Although it must have been hours, the evening seemed like only 20 minutes to me. Must have had something to do with the old saying of how tome flies when you are truly enjoying yourselves.
But we do have a lot of pictures to look at. Lots of laughing faces, happy people wherever you look.


Yes, we would definitely do it again!

So, enought of the emotional stuff. This blog is about DIY.

Lots of the things you need for a successful wedding we made ourselves. Because we had fun doing it. And because we had a budget. Starting with my wedding dress (old curtain from the flea market) there are a lot of things we simply didn't want to buy: invitations, place cards, the foto frame, wedding favours, our guest book, pompoms, the caketopper with two brides who looked just like us.

There are a lot of advantages to making all this stuff yourself: You save an incredible amount of money - but you can get exactly the things you want. I will present some of my wedding DIY projects in my blog. Maybe they inspire other wedding DIYers to have fun creating the most beautiful days of their lives from scratch.

Samstag, 11. Oktober 2014

Let's Hochzeit!

Das gibt es ja öfter, dass zwei Menschen sich liebhaben, schon ewig zusammen sind und sich niemanden sonst als den Partner an ihrer Seite vorstellen können. Dass die dann eines schönen Tages heiraten wollen, um alles zu legitimieren und vor allem um eine rauschende Party für Verwandte und Freunde zu schmeißen, ist da ein nachvollziehbarer Wunsch.
Den sich bis vor kurzem in Österreich durchaus nicht jeder und jede erfüllen konnte.
Aber jetzt ist es so weit: Wir heiraten!

Ähem... verpartnern uns. Aber so ein grausliches Wort mag kein Mensch verwenden. Und deswegen: WIR HEIRATEN.
19.9.2014: Standesamt - superprosaische Zeremonie mit einer bissi teilnahmslosen Standesbeamtin. Aber das kennen wir auch von Hetero-Hochzeiten nicht anders, und dann soll es eben so sein. Dass wir nicht gefragt wurden, also kein Ja-Wort von uns verlangt wurde, sondern nur eine Unterschrift, ist zu verschmerzen. Wir schauen auch auf den Fotos nicht wirklich unglücklich aus, denke ich :)



Unterschreiben der Hochzeitsurkunde im Trauungssaal des Grazer Rathauses

Fototermin im Landhaushof
Weil wir uns recht kurzfristig entschlossen haben und es rasend romantisch fanden, eine komplette Hochzeit in nur drei Monaten aus dem Boden zu stampfen, fanden Trauung und Feier nicht am selben Tag statt, sondern eine Woche zeitversetzt. Was zuerst wie ein nicht ganz so glücklicher Kompromiss erschien, erwies sich allerdings letztendlich als Glücksfall. Zwei Outfits, zwei Gelegenheiten dabeizusein für die Leute mit übervollen Terminkalendern, zweimal Essengehen... Nur Vorteile.

Wir hatten, trotz eines allgemein weitgehend verregneten Sommers, zwei wunderschöne Tage. Hier noch ein Bild von uns zwei am Tag der standesamtlichen Trauung. Die Fotos sind übrigens nicht von einem Profi geschossen worden, sondern von Freundinnen und Freunden von uns. Ich finde sie trotzdem perfekt.

Posen beim - Rosenhain


Das Fest selbst stand unter dem Motto "Vintage und Tracht" und fand im Kreise von noch mehr Freunden und Verwandten statt, eine Woche nach der standesamtlichen Trauung in einem sehr stimmungsvollen Lokal am Grazer Stadtrand statt. Weil man den 45 geladenen Gästen schließlich auch was bieten muss, haben wir einen wunderbaren Herren für eine freie Zeremonie engagiert. Es war bewegend (ich weiß aus sicherer Quelle, dass bei mindestens drei Leuten Tränen geflossen sind) und einfach nur wunderwunderschön.


Wir haben gut gegessen, viel gelacht, verrückte Fotos gemacht und uns am Ende des Abends gefragt, wo all die Zeit hin ist - die Stunden sind verflogen, wie das nur geschieht, wenn man wirklich glücklich ist. Und auf allen Fotos nur lächelnde Gesichter. Ein voller Erfolg.


Aber genug der Emotionen, eigentlich soll es hier ja um DIY gehen!

Weil ich eben eine alte Bastlerin bin und meine schönere Hälfte nicht minder, haben wir wirklich selber gemacht, was geht: Angefangen bei meinem Hochzeitskleid über die Einladungen, Tischkarten, Fotorahmen, Gastgeschenke, Gästebuch, Tisch- und Saaldeko bis hin zu dem süßen kleinen Bräutepaar als Tortentopper.

Wieder: Nur Vorteile. Man spart unglaublich viel Geld, wenn man so viel selber macht, und hat gleichzeitig genau das, was man will, genauso, wie man es sich vorgestellt hat. In den nächsten Wochen möchte ich hier einige unserer Projekte vorstellen. Vielleicht können sie als Inspiration und Hilfe für andere dienen, die genauso viel Freude daran haben, hübsche Kleinigkeiten (oder Großigkeiten, wie man im Falle eines Hochzeitskleids wohl doch sagen kann) für einen der schönsten Tage in ihrem Leben selber zu machen.

Donnerstag, 25. September 2014

Vorstellung der Beteiligten II: Meine Nähmaschine - drum prüfe, wer sich ewig... etc.

Hier ist sie, meine Nähmaschine:




Die Elna Explore 340 - ich verwende sie immer ohne Anschiebetischchen, weil ich mir das einmal angewöhnt habe. Aber sie hat natürlich eines :)

Ihre Vorgängerin war eine billige Singer, geschätzt noch keine fünf Jahre alt, mit der ich mich am Schluß schon sehr geärgert habe (Dass das Teil plötzlich spinnt und der Unterfaden nur noch 1000 Schlaufen am Stoff macht, kennt jede Näherin. Aber wenn so was zum Dauerfall wird, ist's aus mit der Liebe). Wobei ich zugeben muss, dass ich auch nicht allzu zimperlich mit ihr umgesprungen bin. Ich werde leicht zornig, wenn Maschinen nicht das tun, wozu sie gedacht sind - funktionieren nämlich.

Diesen März war es dann soweit: Singer endgültig tot, eine neue Nähmaschine musste her. Es gibt da ja die tollsten Teile - mit Dutzenden wunderschönen Zierstichen und Zusatzfunktionen, bei denen das Nähen wie von selbst geht. Wie entscheidet man sich da? Ich habe mich in Foren umgesehen und technische Beschreibungen gewälzt und mir kurz und gut wieder mal Nächte im Internet um die Ohren geschlagen, wofür es immer den einen oder anderen Grund zu geben scheint.

Meine destillierten Erfahrungen stelle ich hiermit anderen zur Verfügung, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind :)

Zuerst einmal sollte man sich fragen, was man denn überhaupt braucht. Sicher gibt es Maschinen um 1000 oder 2000 Euro. So viel Geld  habe ich für ein Hobby aber schlicht nicht zur Verfügung. Sechs Dutzend Quiltstiche klingen zwar verlockend, und ich muss auch ein bisschen sabbern, wenn ich solche Maschinen bei anderen Näherinnen sehe, aber in welchem Ausmaß werde ich in den nächsten Jahren tatsächlich quilten? Eben. Hier also meine Anforderungen an die Singer-Nachfolgerin:
  • Sie sollte robust sein - weil ich auch mal auf die Idee komme, dass ich einen Mantel oder einen Strohhut nähen will, und von wegen Jähzorn und so.
  • Sie sollte tunlichst länger halten als die zwei bis vier Jahre, auf die sämtliche Elektrogeräte in meinem Besitz, so auch meine alte Singer, programmiert zu sein scheinen (Stichwort Geplante Obsoleszenz).
  • Moderater Preis ist unerlässlich, da ich als Buchhändlerin und In-Graz-Miete-Zahlerin nicht gerade zu den Superreichen gehöre.
  • Ein paar Zierstiche wären nett, denn ohne ist das feeling gar so basic.
  • Sie sollte mechanisch sein, nicht elektronisch, weil ich mir einbilde, dass so was weniger fehleranfällig und im Zweifelsfall leichter zu reparieren ist.
  • Und da kommen wir auch gleich zum Technikblabla: Ich wollte keine Maschine mit CB-Greifer. Konkret geht es hier um das Teil, in das man die Unterfadenspule einsetzt, beziehungsweise das Teil, das den Unterfaden "greift" und mit dem Oberfaden zum Stich verbindet - oder zu Knoten oder superlustigen Fransen, die man nur mir Gewalt wieder aus dem Stoff trennen kann. CB-Greifer sind Standard in billigen Nähmaschinen, so auch in meiner geschrotteten Singer. Umlaufgreifer hingegen findet man in teureren und in Industriemaschinen, weil sie weniger fehleranfällig sind. Hier ein Überblick von Leuten, die das besser erklären können als ich. 
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In der Preiskategorie, in der ich mich bewege, bleibt da nicht viel - ich sach mal frank und frei, wie's ist: nicht über 500 Euro.
Natürlich kriegt man um 100 Euro auch schon Nähmaschinen. Und Leute, die nur gelegentliche Ausbesserungsarbeiten damit durchführen, kommen mit so was wahrscheinlich auch wunderbar aus. Aber bei mir kann so ein Besessenheitsanfall mit einem neuen Projekt schon mal einen ganzen Tag Betrieb für das Schätzchen bedeuten. Und meine Röcke haben laaaange Säume und viele Rüschen, weil ich eine alte Kitschtante bin. Heavy duty also.
Die Marke Elna befindet sich mit einigen Modellen innerhalb meiner Preisvorstellungen und hat in gewissen Foren, in denen ich mich seit Ewigkeiten lesend herumtreibe, einen guten Ruf. Keinen so guten Ruf hat hingegen mehr Singer, die sich auch in nämlichem Preissegment tummelt und für einen Laien ja nach der Nähmaschine schlechthin klingt. Ich war ja mit meiner auch nicht sehr glücklich.

Getreu dem Grundsatz Buy Local habe ich mich in dem von mir seit vielen Jahren nicht beachteten Grazer Nähmaschinenshop in der Annenstraße umgesehen. Und ich habe es nicht bereut. Die Damen dort haben mir sehr nett erklärt, was die Elna Explore 340 so mitbringt. Nach einer fast einstündigen Einschulung (Das mach denen mal nach, Amazon!), habe ich mein neues Schmuckstück stolz in einem großen, blauen Ikeasackerl heimgetragen. Seitdem hab ich sie in Verwendung.
Und ein halbes Jahr und vier Röcke, anderthalb Dirndlschürzen, drei Wimpelketten, ein Brautkleid, zwei Meter Froschgoscherl, eine Handtasche, ein Strumpfband, ein Paar Brautstulpen, dreißig Lavendelsackerln, zehn Mini-Wimpelketten und diverse Änderungsarbeiten an Kleidern, Dirndln, Unterröcken später, denke ich, ist es Zeit für ein erstes Resümee.


Hier mein Testbericht der Elna Explore 340 nach einem halben Jahr in Gebrauch:

Vorweg der Preis: Mit 450 Euro bei meiner Händlerin am Rande meiner persönlichen Schmerzgrenze. Überzeugt haben mich jedoch die Dinge, die sie für diesen Preis mitbringt.

Zubehör: Normaler Fuß, Reißverschlussfuß, Fuß für den Overlockstich, Knopflochfuß, Nahttrenner (erst mit jedem neuen merkt man, wie stumpf der bisherige schon war), Spulen und ein Minischraubenzieher.  Es fehlt nichts Wesentliches, sodass ich bis dato nichts nachkaufen musste.

Schon bei der ersten Inbetriebnahme fällt auf, dass dieses Schätzchen mehr kann als meine letzte.
Stichwort: Nadeleinfädler. Kommt einem auf den ersten Blick vielleicht nicht gerade wie ein wahnsinnig glamouröses Feature vor, wird aber von Besitzerinnen einer Maschine mit ebensolchem immer sofort erwähnt. Also halte ich mich hier mal an die Tradition und tu das auch: Sie hat einen Nadeleinfädler, und der ist wahnsinnig praktisch. Ich verwende ihn praktisch immer, und er erspart mir viel Fummelei.




Was einem noch mehr Fummelei erspart, ist der Umlaufgreifer. Halleluja, keine Schlaufen und Fransen mehr, keine im Greifer verhängten Fäden, keine in den Stoff verbissene Maschine! Ein Traum wird wahr. Im letzten halben Jahr hatte ich nur einen einzigen Verhängungszwischenfall mit meiner sagenhaften Elna. Und da hat sich nach einigem Blockieren (Maschine) und Geheule (meinerseits - "neue Maschine geschrottet buhu"!!!) herausgestellt, dass es schlicht ein AnwenderInnenfehler war. Auch der wunderbarste Umlaufgreifer nützt nichts, wenn man den Oberfaden nicht richtig eingefädelt hat. You live, you learn.
Soooo toll und hilfreich ist angeblich, dass man die Unterfadenspule, da sie ja unter einer Plexiglasabdeckung direkt vor dem Nähfuß liegt, immer sehen kann und damit auch abschätzen, wieviel Faden noch drauf ist. Hab ich jetzt schon oft gehört, haut mich jetzt aber nicht vom Hocker. Beim Nähen liegt eh immer der Stoff über diesem Plexiglasding, und ansonsten ist es auch bei meiner alten Maschine nicht so fürchterlich kompliziert gewesen, die Spulenkapsel kurz herauszuziehen und die Spule anzuschauen. Apropos Spulenkapsel: die gibt es hier nicht, man legt die Spule einfach ein. Das einzige, worauf man achten muss, ist die Richtung, in die der Faden abläuft - geht problemlos, da auf der Abdeckung (im Bild noch nicht aufgelegt) angezeichnet.



Knopflochautomatik. Hat sie auch. Ich gehöre zu den Leuten, die niemals hübsche Sommerkleidchen genäht haben, weil ähm... da meistens Knopflöcher drin sind. Das war mir immer zu kompliziert. Und meine neue Elna ist ja nur eine mechanische Nähmaschine - wie jetzt, Knopflochautomatik? Aber sie funktioniert einwandfrei und nach einem eigentlich simplen Prinzip, einem speziellen Fuß, in den man den gewünschten Knopf einlegt, sodass die Maschine "weiß", wie weit sie jeweils nähen muss. Ein Knopfloch dauert bei mir jetzt samt Nachdenken, auf dass es am Schluß auch richtig herum genäht werde, und anschließendem vorsichtigen Aufschneiden heiße zwei Minuten, das zweite geht wegen Wegfallens des Nachdenkens in einer halben. Gleich nach ein paar von Leonardo da Vincis Ideen die coolste Erfindung ever!

Dann hat mir die Verkäuferin im Shop noch den Overlockstich (unten im Bild Stich Nummer 18) ans Herz gelegt. Hat mich zuerst nicht so richtig begeistert, weil natürlich kein echter Overlockstich, weil die Maschine keine Overlock ist und auch nichts geschnitten wird. Aaaber: Es ist schon praktisch, nicht mehr wie früher zuerst die Naht gerade runter zu nähen und dann anschließend noch mit dem Zickzackstich zu endeln, sondern beides gleich auf einmal zu machen. Wie gut diese Nähte haltbar sind, wird sich noch herausstellen, doch einstweilen bin ich damit zufrieden.


Zierstiche gibt es ein paar wenige. Brauche ich eigentlich, wie wohl die meisten, kaum. Für mein Hochzeitsgästebuch hab ich mich ein bisschen mit einem von ihnen gespielt, und finde, die Sache ist ganz nett geworden (auf dem Bild unten sieht man den fertigen Buchdeckel auf meiner aparten Plastiktischunterlage). Bei größeren Werkstücken könnte einem allerdings schon die Geduld (oder das Garn) ausgehen, weil das halt irrsinnig viel zu nähen für die Maschine ist und daher ewig dauert, bis das gute Stück da ein paar Zentimeter davon runtergerattert hat.



Robustheit: Bisher tut sie brav, worum auch immer ich sie bitte. Bei vielen Lagen Stoff, wird sie allerdings gerne mal laut und schwer gängig, und das eher, kommt mit zumindest vor, als meine "alte" Singer. Diese hat mir, aller Ärgerei mit ihr zum Trotz, immerhin mehrere Lagen Lodenstoff genäht, als ich mir einen Mantel eingebildet habe. Nicht irgendeinen, sondern einen ganz speziellen übrigens. Hinzufügen sollte ich wohl, dass bei mir der bekannte Jeanssaumtest wegfällt, da ich mit Hosen nicht viel am Hut hab :)
Heute hab ich zum Beispiel, ein Kleidchen aus etwas dickeren Polystoff geändert, und da hab ich schon gemerkt, wie die Gute bei einem dicken Saum, an den auch noch ein Träger angenäht ist, an ihre Grenzen stößt. Wir haben's aber mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und Drehen am Handrad geschafft.



Alles in allem bin ich mit der Maschine sehr glücklich und bereue die Ausgabe kein bisschen. Sie kann genau das, was ich mir von ihr erwartet habe, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr. Abraten würde ich von ihr nur Leuten, die entschieden mehr nähen als ich oder gar professionell, die viel mit Zierstichen machen wollen, oder umgekehrt solchen, die die Maschine nicht oft brauchen und deshalb auch mit einer auskommen würden, die nur ein Viertel dessen kostet, was man für diese ausgibt.

Mittwoch, 24. September 2014

Introduction of persons and things involved I - Me!

In my first post I should probably introduce myself.I'm 33 years old, i sell books, studied German language and literature ("Children, please don't try this at home!") and I live in Graz - together with the love of my life, four guinea pigs and an oversized plush hippo named Agathe. English is not my first language, so please bear with me.My passion is to make things myself, which is what I want to blog about here.There are probably not many DIY techniques that I have not tried yet. The following is a small selection of what accumulated over the last years:

    
Sewing
    
Crocheting
    
Knitting
    
Macrame (80s' plant hanging pots, yey!)
    Sewing
Plush Toys (or 3D sewing, as I like to call it - never again!)
    
Embroider
    
Smock (in my opinion pretty much the coolest thing you can do with fabric)
    
Patchwork
    Tablet weaving
(if you have no idea what this might be, this is the site i got all my knowledge about it from)
    
Comb weaving
    
Fingerloop
    
Amigurumi
    
Spinning with a hand spindlethen there are papercrafts and everything non-fabric related:

    
Origami
    
Bookbinding
    
Mosaic (boooooooooooring)
    
Decoupage
   
Painting Furniture white (this was simply necessary, who wants Beech veneer?)
    Building miniature furniture
(gave it up soon due to lack of patience for tiny things )
    
Pompoming pompoms
    Custing
Horses and other things (I'm an absolute beginner here, but I will post a picture of  "other things" soon)
   
Polymer clay things (again 3 dimensions, but i can handle it - not quite as bad as 3D sewing)
    
Making paper roses
    Making hats

I have always had the greatest respect for people who do one craft for years and make it to a level of perfection that i never will. Like tablet weaving for example. There are a few masters of this art whose skills i will never ever reach (OMG, do i spot a TARDIS ?? !!).It is no exaggeration: every other week i really HAVE to try something completely new. Which means I immediately have to go out to get everything I need for my new craft. Some crafts really fascinate me and become part of my everyday-life, like crocheting. Others don't, and I am satisfied, as soon as I understand how they work - and give them up. Bearing in mind I always try to keep the budget flat :)I was never into basics. Your standard crochet potholders? Yawn! I want to make mini cupcakes or a bath mat in the form of huge granny squares. Patchwork? Ok, cathedral windows would be cool - stop, stop there is even a more complicated version. Well, then I'll do that. - You get the idea.And I intend my blog to be for people like me: People who like to try something new, but are looking for unusual ideas - for people who do not want necessarily want to buy complicated equipment that they may never use again, once they have tried out there new craft. (Ok, I confess, I once bought a Flowerloom device ...)For years I have benefited from all the people who put instructions for the most amazing things online for free. I grew up in a generation that still had to look everything they wanted to learn up from books they sometimes could find in a bookstore ans dometimes couldn't. To me being able to find nearly everything on the internet one click away is truly that is truly one of the greatest things that happened in my life. * Granny mode off*And now, I think, it is time for me to share a few of my works so that they might inspire others.



Vorstellung der Beteiligten I - Crafty old me

English version here

In meinem ersten Beitrag sollte ich mich wohl am besten mal vorstellen.
Ich bin 33, Buchhändlerin, studierte Germanistin ("Kinder, bitte nicht nachmachen!") und lebe in Graz - zusammen mit der Liebe meines Lebens, vier Meerschweinchen und einem übergroßen Plüschnilpferd namens Agathe.

Meine große Leidenschaft ist es, Dinge selbst herzustellen, und darüber möchte ich auch hier bloggen.
Es gibt wahrscheinlich nicht viele Handarbeitstechniken, die ich noch nicht probiert habe. Es folgt eine bescheidene Auswahl dessen, was sich über all die Jahre so alles angesammelt hat:
  • Nähen
  • Häkeln
  • Stricken
  • Makramee (80er-Jahre Hängetöpfe, yey!)
  • Plüschtiere nähen (oder 3D-Nähen, wie ich es gerne nenne - einmal und nie wieder)
  • Sticken
  • Smocken (meiner Meinung nach so ziemlich das Coolste, was man mit Stoff machen kann)
  • Patchwork 
  • Brettchenweben (falls, das jemandem gar nichts sagt: bitteschön, hier ein Link zu einer der großen Lehrmeisterinnen)
  • Kammweben
  • Fingerloop
  • Amigurumi
  • Spinnen mit der Handspindel

Dann noch Basteln:

  • Origami
  • Buchbinden
  • Mosaik (laaaaaaangweilig!)
  • Decoupage
  • Möbel weiß anstreichen (war einfach notwendig, wer will sich schon sein Leben lang Buche furniert anschauen?)
  • Miniaturen bauen (aufgrund fehlender Geduld für miniwinzigen Fitzelkram bald wieder eingestellt)
  • Puschel puscheln
  • Pferdchen und andere Dinge custen (da stehe ich noch komplett am Anfang, ich werde aber bei Gelegenheit zumindest von den "anderen Dingen" mal ein Foto einstellen - einstweilen hier mal ein paar Bildchen von KünstlerInnen, die so was WIRKLICH können)
  • Sachen aus Fimo machen (wieder was mit 3 Dimensionen, aber nicht ganz so schlimm wie 3D-Nähen)
  • Papierrosen basteln
  • Hutmachen

Ich habe immer größten Respekt vor Menschen gehabt, die eine Sache jahrelang betreiben und es auf einen Level der Perfektion schaffen, der mir für immer verwehrt bleiben wird. Stichwort Brettchenweben zum Beispiel (OMG, sehe ich da eine Tardis??!!).
Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass mich alle zwei Wochen was Neues begeistert, und zwar so, dass ich sofort losziehen muß, um alles Notwendige zu besorgen. Bei manchen Dingen bleibe ich länger, bei andern bin ich zufrieden, wenn ich verstanden habe, wie sie funktionieren. Eingedenk dessen versuche ich immer das Budget flach zu halten :)
Basics waren nie mein Ding. Topflappen häkeln? Gähn! Ich will Mini-Törtchen machen oder einen Badezimmerteppich in Form von riesigen Granny Squares. Patchwork? Ok, cathedral windows wären cool - halt, stopp, die gibts ja auch in noch komplizierter. Gut, dann mach ich die. - You get the idea.

Und für solche wie mich soll mein Blog sein: Leute, die gern mal was Neues ausprobieren, ungewöhnliche Ideen suchen - dabei aber nicht unbedingt komplizierte Ausrüstung verwenden wollen, die sie möglicherweise sonst nie wieder verwenden werden. (Ok, ich gestehe, ich habe mir mal ein Flowerloom-Gerät zugelegt...)
Jahrelang habe ich von all den Menschen profitiert, die Anleitungen zu den tollsten Dingen online stellen, und das gratis. Ich bin in einer Generation aufgewachsen, die sich noch mühsam alles aus Büchern zusammensuchen musste, die man entweder in der Buchhandlung um die Ecke finden konnte oder eben nicht. Und für mich ist das begeisterungswürdig, dass mit einem Klick plötzlich so viel Wissen einfach verfügbar ist, ehrlich. *Oma-Modus aus*
Und jetzt, denke ich, ist es mal an mir, Wissen weiterzugeben und ein paar meiner Werke herzuzeigen, auf dass sie vielleicht andere inspirieren.

Samstag, 13. September 2014

Der erste Eintrag


Es ist 7 Minuten nach 2 Uhr nachts. Ich bin jetzt stolze Besitzerin meines ersten Blogs - und hundemüde. Wahrscheinlich gibt es spannendere und epischere erste Einträge irgendwo da draußen...
Mal schauen, was noch kommt.